Himiko-Galaxie als Werbefläche

Das jüngst erst entdeckte Riesengebilde – getauft auf den Namen Himiko – ist noch nicht in aller Munde. In den kommenden Tagen wird auf irgendwelchen Innenseiten verschiedener Magazine und Tageszeitungen darüber berichtet und irgendwann eventuell auch Abbildungen in die Öffentlichkeit gelangen.

Was wäre wenn man Himiko als unseriöser Werbemann / -frau für seine Zwecke nutzen wollte bzw. wie könnte dies aussehen?

Himiko in der Hand einer seriösen Werbeagentur

Eine seriöse Werbeagentur wartet auf die Fotoveröffentlichung, bis Himiko visuell in der Zielgruppe bekannt ist. Danach werden nach einer mehrstündigen Brainstorm-Sitzung quergedachte und kreative Ergebnisse für mögliche Werbeplakate mit Himiko präsentiert. Unspektakulär verpufft das Werbebudget in einer von Himiko nicht allzu fern liegenden Galaxie.

Himiko in der Hand einer Ein-Mann-Werbeagentur

Eine Ein-Mann-Werbeagentur muss versuchen, ihr gesamtes Netzwerk an Experten zu vernetzen und so schnell wie möglich erste Ergebnisse als Einzelbildfolge in Videoform auf YouTube zu stellen. Das geht so: Der Einzelkämpfer schreibt eine Email an den Grafiker und beauftragt diesen, Himiko zu skizzieren. Zeitgleich wählt er die Telefonnummer seines vertrauenswürdigsten Texters und sagt ihm, er solle etwas Großes, Einzigartiges und Gasförmiges texten.

Ohne auf dessen Rückfragen einzugehen bereitet er bereits einige Fotos von pixelio.de und weiteren Gratis-Fotodiensten vor, um das YouTube-Video damit zu befüllen. Aus einem Guss landen die Bilder als Anhang in der Email an den Cutter, der bereits seelisch darauf vorbereitet wird, in den kommenden Minuten Emails von verschiedenen Kreativen aus dem Netzwerk (TM) zu erhalten und diese uneingeschränkt zu verwursteln.

Sieben Netzwerk-Mitarbeiter später steht das Video „Skandal um Himiko – Unglaubliche Bilder“ im Netz, nach etwa drei mittelmäßigen Bewertungen nimmt YouTube das Video wegen der illegalen Verwendung von GEMA-Musik wieder aus dem Netz. Die Ein-Mann-Werbeagentur kan sich aber beruhigt zurücklehnen, weil das Video bei blip.tv, myvideo.de, veoh.com, Vimeo, ClipFish und interaktivesvideo.de noch zu sehen ist.

Himiko in der Hand einer Internet-Marketing-Agentur

Ok, Webdesigner, Suchmaschinenoptimierer, Flash-Video-Spezialist, MySQL-Experte, PHP-Hacker und der Google-AdWords-Checker sofort zur Kick-Off-Projektsitzung!

Das Webdesign wird schwarz, mit zahlreichen weißen Sternen. Um bei Google gefunden zu werden, nennen wir die Seite „Himiko Himiko, Himko Himoko Hokimi“, kopieren diese Zeichen in die Meta-Tags und fügen dort noch den Ausdruck „für nur 45,95 € inkl. MWSt exkl. Versand, siehe AGBs“ hinzu.

Das Wort Himiko wird dann noch in diversen Aufzählungen auf der Seite verwendet, fett und kursiv (unterstrichen darf nicht mehr sein, warum weiß keiner von den Anwesenden) und dann noch im Menü in den Formen Himiko-Startseite, Himiko-Neuigkeiten, Über Himiko, Himiko-Referenzen, Himiko-Kontakt.

Der Flash-Designer hat bereits seinen blinkenden Banner fertig mit einer genialen Erfindung: Er verlinkt bei Klick des Nutzers auf sich selbst! Damit wird der Besucher länger On-Page gehalten. Der Chef klopft ihm überzeugt auf die Schulter und dreht sich zum Suchmaschinenoptimierer.

Der hat die noch nicht registrierte Domain längst bei 120 Katalog-Seiten eingetragen und legt sich in seinen sechsmonatigen verdienten Schlaf, um nach dem Aufwachen dann seine Lorbeeren zu betrachten.

Der Himiko-Webshop wird gestrichen (nicht mit Farbe, sondern von der ToDo-Liste), nachdem der MySQL- und PHP-Programmierer ihre Honorarforderungen für eine individuelle Entwicklung gestellt haben. Nachdem die Webseite nach drei Wochen immer noch keine Besucher verzeichnet, beginnt man vergeblich zu twittern. Dinge wie „Himiko sieht heute irgendwie dunkler aus als sonst. Vielleicht Gewitter dort?“ oder „Freue mich heute richtig, Himiko zu sehen.“ kommen ab sofort zwei oder drei Mal täglich.

Himiko in der Hand einer unseriösen verbrecherischen Erfolgsagentur

Sofort versucht der Agenturchef persönlich seinen Mittelsmann bei der NASA zu erreichen. Er möge Bilder von Himiko nicht veröffentlichen oder an die Presse geben. In Form von Mikrofilmen (immer noch cooler als Email) wird der Erfolgsagentur der komplette Bilderkatalog zugespielt.

Dann geht alles ganz schnell: Die Bilder werden vergrößert und neue Sterne mit Photoshop in die Himiko-Galaxie eingefügt, die den Schriftzug des zu bewerbenden Produktes ergeben. Allerdings nicht sichtbar, sondern nur unterschwellig.

Durch den Bilderverkauf an die Presse hat man einerseits schöne Einnahmen und gleichzeitig wieder einmal einen Kunden äußerst zufriedengestellt.

Was denkt ihr? Wer gewinnt?

Advertisements

About this entry