Die einzig richtige Online-Marketing-Strategie

Sie erwarten natürlich nun von mir, dass ich behaupte es würde die einzig richtige Online-Marketing-Strategie nicht geben. Ich enttäusche Sie nicht. Es kann sie nicht geben, weil das zu vermarktende Produkt die Marketing-Strategie (online sowie offline) bestimmt.

Ich möchte an dieser Stelle trotzdem mögliche Vorgehensweisen aufzeigen, wie man strukturiert an eine Online-Marketing-Kampagne rangehen könnte. Vorgeschlagene Phasen:

Zielsetzung festlegen

Was möchte ich mit der Marketing-Kampagne erreichen? Sollen Verkäufe für ein bestimmtes Produkt generiert werden? Sollen die Kunden Fragen über Telefon stellen? Möchte ich eine öffentliche Diskussion anfachen?

All diese möglichen Zielsetzungen können sich wirtschaftlich in der ein oder anderen Form für Sie und Ihre Unternehmung auszahlen. Wenn Sie beispielsweise die Zielsetzung formulieren, dass Sie über die Pflege von verschiedenen Kräutern informieren, kaufen diese Betrachter der Internetseiten vielleicht nicht unbedingt sofort Ihre Gartengestaltungs-Dienstleistung. Jedoch sind diese Betrachter schonmal auf Ihrer Internetseite und kommen öfter mal wieder vorbei – sofern der Inhalt noch interessant ist.

Die Zielsetzung ist somit schonmal ein wichtiger Sockel für die Marketing-Kampagne.

Zielgruppe analysieren

Viele meiner Kunden sagen an dieser Stelle oft: Bei mir kann grundsätzlich jeder einkaufen – die Zielgruppe sind also alle Menschen.

Ich sage: Nicht ganz richtig. Natürlich möchten wir alle Menschen erreichen und sicherlich schadet es auch nicht, wenn die Oma mal in den Shop mit fiesen T-Shirt-Sprüchen reinschaut. Jedoch liegt die Wahrheit einer rentablen und wirtschaftlichen Online-Kampagne – wie in der Realwelt-Werbung – immer in der gezielten Lenkung des eingesetzten Budgets.

Versuchen Sie Ihr Werbebudget auf diejenigen Menschen zu konzentrieren, die später am ehesten Ihre Dienstleistung oder für Ihre Produkte bezahlen!

Beispiel: Sie möchten eine Dienstleistung für Geschäftsleute anbieten. Ein guter Anfang für eine Zielgruppendefinition, aber oft kann man noch feiner unterscheiden: Vielleicht Geschäftsleute, die mit der Herstellung technischer Produkte zu tun haben.

Eine Zielgruppenanalyse geht aber noch weiter: Ihr Produkt hat viele Eigenschaften, Vorteile, Anwendungsgebiete und so weiter. Schreiben Sie diese Dinge auf und überlegen Sie sich für wen sich auf Grund dieses Aspektes das Produkt verstärkt eignet! Versuchen Sie für jede Eigenschaft und jeden Vorteil möglichst unterschiedliche Personengruppen zu finden. Vielleicht kommen Sie dadurch auf folgende Zielgruppen:

  • Technische Verantwortliche in einem mittelständischem Betrieb mit Vorliebe für Fußball
  • Gut verdienende Arbeitnehmer mit dem Hobby Modellbau
  • Motorsportbegeisterte Studenten eines technischen Studiengangs

Solche Zielgruppen konzentrieren sich z.B. auf berufliche Vorlieben. Man kann die Unterteilung auch nach Alter, gesellschaftlicher Herkunft, regionales Umfeld und so weiter treffen. Und das sollten Sie auch tun. Denn im nächsten Schritt sind für stark unterteilte Zielgruppen dankbar.

Typische Aufenthaltsorte und Tätigkeiten

Wo erreichen Sie die Zielgruppe? Für was interessiert sie sich? Wo könnte der typische mögliche Kunde deshalb anzutreffen sein? Was benutzt der Kunde wegen seiner Zielgruppenzugehörigkeit verstärkt?

Ohne vorerst auf das Budget zu sehen, sollten Sie nun die in Frage kommenden Orte notieren. Fußballinteressierte trifft man im Stadion, auf dem Fußballplatz, am Samstag abend vor dem Fernseher. Schreiben Sie das einfach auf, auch wenn es momentan auf den ersten Blick sinnlos erscheint. Die wenigsten werden das Budget für eine Werbespot-Schaltung in der ARD-Sportschau haben. Aber vielleicht können wir uns dadurch querdenkerisch inspirieren lassen.

Auch Tätigkeiten dürfen Sie nicht vergessen: Rätsel ausfüllen? Im Park spazieren gehen? Museumsbesuche? Alles hier rein! (Überschneidet sich teilweise vielleicht mit den Aufenthaltsorten, aber das ist legitim.)

Die einzig richtige Marketing-Strategie

Jetzt müssen Sie kreativ vorgehen. Die Zielsetzungen aus dem ersten Schritt verbinden Sie nun mit den Tätigkeiten und den Aufenthaltsorten. Dies ist keine leichte Aufgabe und hier steckt auch die meiste kreative Leistung. Sie müssen die Frage beantworten, wie Sie einen fußballbegeisterten technisch Verantwortlichen vor dem Samstagabend-Sportstudio erreichen und ihn zum Kauf eines Ihrer Produkte bringen.

Unmöglich? Nein, versetzen Sie sich in die Zielgruppe. Sehen Sie sich die notierten Tätigkeiten an! Gibt es vielleicht eine Sache, die man während dem Sehen einer Sportschau gerne macht? Nüsse knabbern?

Falls Sie Nüssehersteller sind, haben Sie gewonnen und ich habe Ihnen gerade eine kleine Marketing-Kampage (wenn auch keine günstige) geschenkt. Verteilen Sie in einem Stadion Ihre Nusspakete mit einem kleinen Fußballgewinnspiel. „Eintrittskarten für Bayern gegen den AC Mailand“ oder ähnliches zu gewinnen.

Lassen Sie mich raten: Sie sind kein Nusshersteller? – Kein Problem! Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf! Machen Sie ein Fußballrätsel, dass z.B. immer während einer laufenden Sportschau zu lösen ist. Etwa sollen die Zahlen der Tor-Minuten addiert werden und wer es richtig hat, kann sich auf Ihrer Webseite einen kleinen Gewinn abholen. Das ist günstig zu realisieren und Sie treffen in diesem Fall direkt die Zielgruppe.

Die größte Herausforderung ist an dieser Stelle noch die Publikmachung des Rätsels. Denken Sie dabei an die Zielgruppe! Firmenkunden erreichen Sie z.B. auf Messen. Gehen Sie zu Ihrer Zielgruppe, lassen Sie sich über deren Produkte aufklären und fragen Sie am Ende danach, ob Sie sich für Fußball interessieren (angenommene Zielgruppe). Dann übergeben Sie einfach ein vorbereitetes Prospekt mit der Erklärung für das Rätsel.

Die Kreativen werden dabei die größten Erfolge feiern.

Ich bin gespannt auf Ihre Marketing-Strategien!

Natürlich freue ich mich auch, wenn Sie invidéa und mich bei der Umsetzung mitmachen lassen.

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